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Tschechischer philharmonischer Chor Brno

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19.00
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Besední dům
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Vítězslav Novák – Zwei Balladen auf Worte mährischer Volkspoesie

Bohuslav Martinů – Hymnus an den heiligen Jakob, Böhmische Madrigale (Auswahl)

Petr Řezníček – Dies irae

Petr Fiala – Regina coeli laetare

Leoš Janáček – Maritschka Magdonova, 70 000, Veni sancte Spiritus

Chorleiter: Petr Fiala

Tschechischer philharmonischer Chor Brno

Die Zwei Balladen auf Worte mährischer Volkspoesie, op. 19 (1898) verdanken ihre Entstehung der Begeisterung für das mährische Volkslied, welcher ihr Autor Vítězslav Novák (1870–1949) an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verfallen war. Den balladenartigen Stoff verarbeitete Novák mit prägnantem romantischem Pathos und einer Reihe lautmalerischer Effekte. Die Anmutigkeit der böhmischen und mährischen Volkspoesie ließ auch Bohuslav Martinů (1890–1959) nicht unberührt. In seinem Zyklus Böhmische Madrigale (1939) erreichte er dank der Kombination von polyphoner Technik und Volkspoesie eine außerordentliche Wirkung. Seinen volkstümlich schlichten Hymnus an den heiligen Jakob für Solostimmen, gemischten Chor und kleines Orchester mit Orgel aus dem Jahr 1954 widmete Martinů dem Andenken an die Kirche in Polička, mit deren Turm er seine Kindheitserinnerungen verband.

Stellvertretend für das Schaffen zeitgenössischer Brünner Autoren erklingen die geistliche Kantate Dies irae für gemischten Chor und Orgel (1969) aus der Feder des Komponisten, Chorleiters und Musikregisseurs Petr Řezníček (*1938) sowie Regina coeli laetare, ein Werk des Komponisten und Chorleiters Petr Fiala (*1943) aus dem Jahr 1971.

Die drei Männerchöre von Leoš Janáček aus den Jahren 1906–1909 nach Versen des aufrührerischen schlesischen Poeten Petr Bezruč markieren den Höhepunkt seines Chorschaffens. Die Darstellung der gesellschaftlichen Unterdrückung des Einzelnen, der bis in den Freitod getrieben wird (Kantor Halfar, Maritschka Magdonova), und der kollektive „Strudel des leidenschaftlichen Aufbegehrens, durch welches das endlose Leid und die über Jahrhunderte der Unterdrückung aufgestaute Kraft zum Ausbruch gelangen“ (70.000), um es mit den Worten Max Brods zu sagen, brachte Leoš Janáček zu einer einzigartigen Expressivität der musikalischen Sprache, mit deren Hilfe es ihm gelang, die Geradlinigkeit von Bezručs sozialkritischer Poesie zu unterstreichen und die einzelnen Chöre in effektvolle Musikdramen zu verwandeln.

Der Tschechische philharmonische Chor Brno entstand 1990 und wurde schon bald zu einem der gefragtesten und meistausgezeichneten professionellen Klangkörper Europas. Schwerpunkte in seinem Repertoire bilden Oratorien und Kantaten, aber auch Opern aus allen Stilepochen, und nicht zuletzt kann er auch mit einem breitgefächerten Repertoire an A-cappella-Werken aufwarten. Seine zunehmende Qualität spiegelt sich in einer immer größeren Zahl an Konzerten im In- und Ausland: derzeit absolviert das Ensemble alljährlich rund 90 Auftritte. Es arbeitet mit allen tschechischen und zahlreichen ausländischen Orchestern und Dirigenten zusammen und ist ein regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals und Konzerten in ganz Europa. In Kooperation mit führenden Orchestern aus dem In- und Ausland ist der Chor bereits in den meisten europäischen Ländern, aber auch schon in Argentinien, Uruguay oder Thailand aufgetreten. Für renommierte Musiklabels wurden zahlreiche Tonaufnahmen eingespielt. Im Jahr 2007 errang der Chor den begehrten deutschen Musikpreis ECHO Klassik in den Kategorien „Ensemble des Jahres“ (für eine Aufnahme der geistlichen Motetten Anton Bruckners) und „Einspielung der Jahres“ (für das Oratorium Christus von Franz Liszt), im Jahr 2009 wurde er für eine Aufnahme von Bernd Alois Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet, und 2011 erhielt er für eine CD mit Dvořáks Requiem den japanischen Tokusen Award.

Petr Fiala, Gründer, musikalischer Leiter und Dirigent des Tschechischen philharmonischen Chors Brno, absolvierte das Konservatorium und die Janáček-Akademie in Brno mit den Fächern Komposition und Dirigieren. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit (er wirkte als Professor am Brünner Konservatorium) und dem Komponieren (er ist Autor von rund 180 Werken) widmet er sich schon seit fünfzig Jahren intensiv seiner Tätigkeit als Chorleiter und Dirigent. Als Komponist wie als Dirigent wurde er im In- und Ausland mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, er wirkt als Lektor bei Dirigentenkursen und als Mitglied in internationalen Jurys. Als Gastdirigent von Vokal- und Instrumentalwerken arbeitet er mit tschechischen und ausländischen Orchestern und Chören zusammen.

Ondřej Pivoda

Solisten

Pavlína Švestková – Sopran, Jana Meliškova – Sopran, Marie Vrbová – Alt, Vítězslav Šlahař – Bass, Alfréd Strejček – Rezitation, Martin Jakubíček – Orgel, Petr Nouzovský – Violoncello, Miriam Zuziaková und Terezie Fialová – Klavier

Info-Telefon:
+420 542 158 120

Email
festival@ndbrno.cz

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