16

.

10

Chor der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno

.

16.00
/
Janáček-Theater (Foyer)
Karten kaufen

Pavel Křižkovský – Šatečka, Odpadlý od srdca, Utonulá, Čáry

Leoš Janáček – Drohung, Unser Birkenbaum, Wahre Liebe, Die Abendhexe,  Die Wildente, Hochwalder Lieder, Ach Krieg

Josef Suk – 10 Gesänge für Frauenchor und vierhändiges Klavier

Chorleiter: Josef Pančík, Pavel Koňárek

Chor der Janáček-Oper

Das Konzert bietet den Zuhörern eine Gegenüberstellung unterschiedlicher Traditionen der Verarbeitung von Volksliedern in Chorwerken, die auf Křížkovský und Dvořák zurückgehen. Die Kunst von Pavel Křížkovský (1820–1885), Janáčeks Lehrer und musikalischem Mentor aus seiner Zeit als Schüler des Brünner Augustinerstifts, entfaltete sich im damaligen Geiste der nationalen Wiedergeburt, wie er im Brünner Priesterseminar unter anderem durch den unermüdlichen Volksliedsammler František Sušil verbreitet wurde. Durch diese monumentale Liedsammlung sind Křížkovskýs weltliche Chorwerke Šatečka, Odpadlý od srdca, Utonulá und Čáry inspiriert, die überwiegend in den Revolutionsjahren 1848–1849 entstanden. Křížkovskýs Chorstil musste unvermeidlich auch Janáčeks Werk beeinflussen. Dieser Einfluss wird hörbar in Janáčeks frühen Chorwerken nach Liedtexten wie Wahre Liebe (1876), Drohung, Oh, die Liebe und Ach Krieg aus dem Zyklus Vier Männerchöre (1885), die für die Beseda brněnská und den Handwerkerbund Svatopluk komponiert wurden – Klangkörper, in denen Janáček damals als Chorleiter wirkte. Aus einer späteren Schaffensperiode stammen seine effektvollen Männerchöre nach volkstümlichen Texten aus der Hannakei Da du weißt und Die Abendhexe (1900). Eher als Gelegenheitswerke können in Janáčeks Chorschaffen das reizvolle Werk Die Wildente (1885) für gemischten Chor oder die schlichten Hochwalder Lieder (1899) gelten, welche er dem Gesangsverein seines Geburtsorts Hukvaldy widmete. In der Tradition der Mährischen Zwiegesänge von Antonín Dvořák stehen die Zehn Gesänge für Frauenchor und vierhändiges Klavier, op. 15 (1899) aus der Feder von Dvořáks Schüler und Schwiegersohn Josef Suk (1874–1935). Die Liedtexte von verschiedenen slawischen Völkern hatte dazu seine Ehefrau, Dvořáks Tochter Otilka, zusammengetragen und ausgewählt.

Josef Pančík zählt zu den anerkanntesten und meistausgezeichneten Chorleitern in Tschechien. An der Janáček-Akademie Brno studierte er als Schüler von Josef Veselka das Fach Chordirigieren. Während seines Studiums begann er seine Zusammenarbeit mit dem Akademischen Chor Brno und wurde zum Begründer der neuen Gesangsgruppe Brněnští madrigalisté, mit welcher er bis 1992 zusammenwirkte und dabei sowohl bei der Interpretation Alter Musik als auch im Bereich klassischer und moderner Chorwerke zahlreiche internationale Erfolge verbuchen konnte. Im Jahr 1965 trat er ein Engagement als Chorleiter beim damaligen Staatstheater Brno an, wo er bis heute wirkt. Unter seiner Leitung wurde der Chor der Brünner Oper zu einem herausragenden Klangkörper von internationaler Bedeutung, was er bei seinen zahlreichen Gastauftritten in verschiedenen europäischen Ländern wie auch in Japan unter Beweis stellen konnte. Nicht unerwähnt bleiben sollten Pančíks Aktivitäten als Chorleiter des Prager Kammerchors (1992–2006), mit dem er in zahlreichen Ländern auftrat (z. B. Italien, Spanien, Frankreich, Schweden, Finnland, Australien, Brasilien, Israel), sowie seine pädagogische Tätigkeit an der Janáček-Akademie Brno im Fach Chordirigieren (seit 1980), wo er sich um die künstlerische Entwicklung einer Reihe junger talentierter Chorleiter verdient gemacht hat. Als Chorleiter war er auch an zahlreichen Plattenaufnahmen beteiligt (z. B. Rachmaninow, Dvořák, Janáček, Suk, Eben). Für seine Verdienste für das Musikleben in Brno und die Popularisierung der Stadt im Ausland wurde ihm für das Jahr 1998 durch die Stadtvertretung der begehrte Preis der Stadt Brno verliehen.

Ondřej Pivoda

Der Chor der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno mit seinen mehr als 60 Mitgliedern gehört zweifellos zu den herausragenden Klangkörpern nicht nur in Tschechien, sondern auch im europäischen Maßstab. Zu seinen künstlerischen Grundcharakteristiken zählen die hohe Musikalität seiner Mitglieder, von denen viele auch Soloauftritte absolvieren, die klangliche Ausgeglichenheit der einzelnen Stimmgruppen und die Fähigkeit zu feinen Nuancen. Als besondere Stärke dieses Chors ist zu erwähnen, dass er nicht nur an großen Opernproduktionen teilnimmt, die seine Hauptdomäne darstellen, sondern sich auch der Interpretation von Kantaten und Oratorien widmet. Große Beachtung fand er etwa durch die erfolgreichen Produktionen von Dvořáks Heiliger Ludmilla, Honeggers Johanna auf dem Scheiterhaufen oder der Glagolitischen Messe und des Ewigen Evangeliums von Janáček, bei denen sich der Chor der Janáček-Oper als herausragendes Konzertensemble präsentierte. Große Erfolge konnte er auch im Ausland feiern, so beispielsweise bei einer Europatournee mit Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie, Carl Orffs Carmina Burana und Dvořáks Requiem oder im Rahmen regelmäßiger Tourneen der Janáček-Oper durch Japan, bei denen der Chor in Operninszenierungen wie Don Giovanni, Tosca, Carmen, der Zauberflöte oder Aida brillierte. Den Chor leitet seit 1965 Josef Pančík, ein Absolvent der Janáček-Akademie Brno.

Info-Telefon:
+420 542 158 120

Email
festival@ndbrno.cz

Newsletter
Bleiben Sie in Kontakt





ARCHIV ARCHIV       © Nationaltheater Brno

You were succesfully subscribed

Something went wrong. Try it again please!